Besenreiser durch Sport: Belastet das Training die Venen?
- 2026 - Anzeigensonderveröffentlichung
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Aktualisiert: vor 15 Stunden
Eigentlich sollte das Training die Entstehung von Besenreisern doch verhindern?

Sport gilt als Allheilmittel für die Gesundheit. Wer sich regelmäßig bewegt, tut seinem Herz-Kreislauf-System, den Muskeln und der Haut etwas Gutes. Umso größer ist der Schock, wenn trotz eines aktiven Lebensstils plötzlich feine, rötlich-blaue Adern an den Oberschenkeln oder Waden auftauchen. Warum ausgerechnet sportlich aktive Menschen Besenreiser entwickeln, sorgt oft für großes Unverständnis. Wie man möglichst venenschonend trainieren kann, erläutern wir im folgenden Artikel.
Warum entstehen Besenreiser auch bei sportlichen Menschen?
Was Besenreiser überhaupt sind, lässt sich medizinisch recht simpel erklären: Es handelt sich um winzige, erweiterte Venen, die direkt in der obersten Hautschicht liegen. Da sie sich dauerhaft geweitet haben, schimmert das Blut darin sichtbar durch die Haut. Warum das Thema so viele verwirrt, liegt auf der Hand. Eigentlich soll Sport doch die Durchblutung fördern und die Gefäße stärken. Dass bestimmte Trainingsformen die Entstehung der kleinen Äderchen sogar begünstigen können, zeigt jedoch, dass es auf das „Wie“ und das „Was“ beim Sport ankommt.
Wie beeinflusst Sport die Venen?
Um den Zusammenhang zu verstehen, muss man sich die Arbeitsweise unserer Blutbahnen ansehen. Was regelmäßige Bewegung Gutes für die Venengesundheit tut, betrifft vor allem die sogenannte Muskel-Waden-Pumpe. Wenn wir gehen oder laufen, spannt sich die Wadenmuskulatur an und drückt die tiefen Venen zusammen. Dadurch wird das Blut wie bei einer natürlichen Pumpe entgegen der Schwerkraft nach oben zum Herzen transportiert. Das entlastet die Venenklappen, die wie Rückschlagventile ein Zurückfließen des Blutes verhindern.
Es gibt jedoch eine Kehrseite der Medaille, denn manche Sportarten belasten die Venen enorm. Warum Stoßbelastung, Druck und Wärme eine Rolle spielen, liegt an den physikalischen Kräften, die während des Trainings auf den Körper wirken. Wenn das Blut durch extreme Muskelanspannung oder Erschütterungen nicht schnell genug abtransportiert werden kann, entsteht ein Rückstau. Dieser Druck pflanzt sich bis in die kleinsten, oberflächlichen Hautvenen fort. Die zarten Gefäßwände halten dieser Belastung auf Dauer nicht stand, leiern aus und werden als Besenreiser sichtbar. Auch übermäßige Wärme, etwa durch langes Training in der prallen Sonne, weitet die Gefäße zusätzlich.
Welche Sportarten begünstigen Besenreiser?
Nicht jedes Training wirkt gleich auf das Gefäßsystem. Bestimmte Sportarten fordern die Venenwände weitaus mehr als andere.
Laufen und Joggen: Bei jedem Schritt federt der Körper das Vielfache seines Gewichts ab. Diese kontinuierlichen Stoßwellen übertragen sich auf die Beine und können die feinen Kapillaren in der Haut regelrecht strapazieren.
Gewichtheben: Hier sorgt die Druckerhöhung in den Venen durch Pressatmung für Probleme. Wer schwere Gewichte stemmt und dabei die Luft anhält, erhöht schlagartig den Druck im Bauchraum. Das blockiert kurzzeitig den Blutrückfluss aus den Beinen zum Herzen, wodurch die Venen massiv gedehnt werden.
Radfahren: Warum lange Ausfahrten die Beine belasten, mag überraschen, da Fahrradfahren oft als venenschonend gilt. Das stimmt für moderate Einheiten. Wer jedoch stundenlang in einer gebeugten Position im Sattel sitzt, winkelt die Leistenregion dauerhaft an. Das kann den Blutfluss in den Hauptvenen mechanisch einengen und zu einem Blutstau in den Unterschenkeln führen.
Kampfsport und Kontaktsport: Bei Sportarten wie Fußball oder Kickboxen führen direkte Gefäßverletzungen durch Tritte, Schläge oder Stürze zu winzigen Traumata im Gewebe. Die beschädigten Mikrogefäße bleiben oft als bleibende Verfärbungen zurück.
Was das für die eigene Sportroutine bedeutet, ist jedoch kein Grund zur Panik. Man muss seine Lieblingssportart nicht aufgeben, sondern sollte sie schlicht durch gezielte Ausgleichsmaßnahmen und die richtige Technik venenfreundlicher gestalten.
Welche Sportarten sind gut für die Venen?
Um das einmal klarzustellen: Sport ist keineswegs der Feind der Venen. Im Gegenteil, die richtige Bewegung ist die beste Medizin, um das Gefäßsystem elastisch zu halten. Es kommt schlicht auf die Wahl der Sportart an. Ideale Venensportarten zeichnen sich durch gleichmäßige, fließende Bewegungen aus, die die Muskel-Waden-Pumpe aktivieren, ohne das Gewebe durch harte Stöße oder extremen Druck zu belasten.
Schwimmen: Der natürliche Wasserdruck wirkt wie ein maßgeschneiderter Kompressionsstrumpf von außen auf die Beine. Er drückt die oberflächlichen Gefäße sanft zusammen und erleichtert den Blutrückfluss zum Herzen massiv. Zudem kühlt das Wasser die Beine, was die Venen verengt, und das Element Wasser hebt die Schwerkraft auf, sodass das Training absolut gelenkschonend und ohne Stoßbelastung abläuft.
Wandern: Diese Aktivität bietet eine gleichmäßige Belastung ohne Stoßwirkung. Im Gegensatz zum schnellen Joggen auf asphaltierten Straßen rollt der Fuß beim Wandern auf weichem Waldboden oder Wanderwegen sanft und kontrolliert ab. Das regt die Wadenmuskulatur über Stunden hinweg gleichmäßig an, pumpt das Blut kontinuierlich nach oben und stärkt das Bindegewebe, ohne die feinen Kapillaren zu strapazieren.
Yoga und Pilates: Gewisse Positionen können die Venen entlasten – wie dem sanften Schulterstand oder dem einfachen Hochlegen der Beine an einer Wand. In diesen Positionen muss das Blut nicht mehr gegen die Schwerkraft ankämpfen. Es fließt stattdessen fast von alleine aus den Beinen ab, was gestaute Venen sofort spürbar entlastet. Zudem fördern die tiefen Dehnungen und kontrollierten Bewegungen die allgemeine Flexibilität der Blutbahnen.
Radfahren moderat: Was den Unterschied zur Überbelastung macht, ist primär die Intensität und die Körperhaltung. Während stundenlange Touren in geduckter Haltung die Leiste abschnüren können, ist entspanntes, moderates Radeln im Alltag oder auf flachen Strecken hervorragend. Die Beine bewegen sich gleichmäßig, ohne das eigene Körpergewicht tragen zu müssen, und die Wadenpumpe arbeitet auf Hochtouren, um die Gefäße perfekt durchzuspülen.
Wer ist besonders gefährdet?
Sport ist zwar ein Katalysator, aber selten die alleinige Ursache für Besenreiser. Meistens kommen mehrere Faktoren zusammen. Die genetische Veranlagung gilt als wichtigster Faktor überhaupt. Wer von Natur aus ein schwaches Bindegewebe geerbt hat, dessen Gefäßwände sind weicher und geben dem Druck beim Sport viel schneller nach.
Zudem spielen die Hormone der Frau eine entscheidende Rolle. Warum weibliche Sportlerinnen stärker betroffen sind, liegt am Östrogen. Dieses Hormon lockert das Kollagengewebe auf, was die Venen elastischer, aber eben auch anfälliger für Überdehnungen macht. Auch der Faktor Zeit hinterlässt Spuren: Alter und Kollagenverlust führen dazu, dass ältere Sportler besonders aufpassen sollten. Mit den Jahren verliert die Haut an Dichte, wodurch die stützende Funktion für die darunter liegenden Mikrogefäße nachlässt.
Was kann man beim Sport tun, um Besenreiser zu vermeiden?
Wer seine Venen effektiv schützen möchte, kann direkt beim Training ansetzen. Kompressionsstrümpfe sind hierbei extrem sinnvoll. Sie üben von außen einen definierten Druck auf das Gewebe aus, halten die Venen mechanisch zusammen und verhindern, dass sich das Blut bei Belastung staut. Heutzutage gibt es moderne Sport-Kompressionssocken, die genau für diesen Zweck entwickelt wurden.
Ebenso wichtig sind die richtige Schuhwahl und Lauftechnik. Gut gedämpfte Laufschuhe fangen einen Großteil der harten Stoßbelastung ab, bevor sie die Beine erreicht. Wer zudem im Wald statt auf Asphalt läuft, schont seine Gefäße merklich. Eine sofortige Kühlung nach intensivem Training, etwa durch eine kalte Dusche der Beine von den Füßen aufwärts, sorgt dafür, dass sich die geweiteten Gefäße sofort wieder zusammenziehen.
Als unterschätzter Schutz gilt zudem eine tägliche Venenpflege. Die regelmäßige Anwendung einer Algensalbe kann das Bindegewebe rund um die Gefäße von außen stärken. Die pflanzlichen Wirkstoffe versorgen die Haut mit essentiellen Nährstoffen und können dabei helfen, die Elastizität der Hautstruktur aufrechtzuerhalten, damit die feinen Adern bei Belastungsspitzen besser geschützt sind.
Was tun, wenn Besenreiser schon da sind?
Sind die kleinen Verfärbungen erst einmal sichtbar, verschwinden sie von alleine leider nicht mehr. Jetzt gilt es, die Situation nicht zu verschlimmern. Um ein weiteres Ausdehnen zu verhindern, sollte man extreme Hitze wie Saunagänge direkt nach dem Sport meiden und die Beine wann immer möglich hochlegen, um den Rückfluss des Blutes physikalisch zu erleichtern.
Eine topische Pflege ist eine hervorragende Möglichkeit, was Venenwände von außen stärken kann. Eine hochwertige Algensalbe sollte täglich sanft in Herzrichtung einmassiert werden. Diese Streichmassage regt den Lymphfluss an, entlastet gestautes Gewebe und transportiert die pflegenden Extrakte direkt an die beanspruchten Stellen, um die Gefäßwände elastisch zu halten.
Wann ein Spezialist (Phlebologe) sinnvoll ist, entscheidet sich durch das Körpergefühl. Wenn zu den kosmetischen Besenreisern Symptome wie schwere, geschwollene Beine, ein Spannungsgefühl oder nächtliche Wadenkrämpfe hinzukommen, deutet das oft auf eine Schwäche der tiefer liegenden Venen hin. Ein Venenspezialist kann mittels schmerzfreiem Ultraschall die Funktion der Venenklappen prüfen.
Fazit
Die wichtigste Botschaft lautet: Sport ist trotz allem gesund und unverzichtbar für ein starkes Gefäßsystem. Bewegungsmangel schadet den Venen weitaus mehr als jedes Training. Was Sportler konkret mitnehmen sollten, ist die Achtsamkeit für den eigenen Körper. Durch das Vermeiden von Pressatmung, das Tragen von Kompression bei harten Läufen und eine kühlende Pflege nach dem Workout lässt sich das Risiko für die blauen Äderchen minimieren. Sobald die Beine schmerzen oder sich die Besenreiser rasant ausbreiten, ist eine fachärztliche Abklärung der sicherste Schritt.
Quellen
Meyer, K. (2006). Physical exercise therapy in advanced heart failure and venous insufficiency: Hydrostatic pressure effects. WMW Wiener Medizinische Wochenschrift, 156(19), 534-539.
Mosti, G., & Partsch, H. (2013). Occupational and sports compression stockings: A review of the literature. International Angiology, 32(4), 355-364.
Rabe, E., Partsch, H., Morrison, N., & Pannier, F. (2016). Risks and benefits of occupational and sports activity in venous diseases. Phlebology, 31(2_suppl), 44-50.

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