• Sandra Ruben

Gefahr Fettleber: Kann sie rückgängig gemacht werden?

Wann eine Fettleber lebensgefährlich wird und was man dagegen tun kann



Kann man eine Fettleber rückgängig machen

Übergewicht und zu wenig Bewegung sind ein großes Problem in der heutigen Zeit und resultieren in schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Gelenkproblemen können auch Beschwerden auftreten, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind und unerkannt lebensbedrohlich werden können. Dazu gehört die Fettleber. Insbesondere bei Übergewichtigen ist die Fettleber stark verbreitet und bereitet vielen Betroffenen große Sorgen.



Inhaltsverzeichnis




Was ist eine Fettleber?


Die Leber ist ein unverzichtbares Organ im menschlichen Körper, das lebenswichtige Funktionen erfüllt. Sie ist der Entgiftungsapparat im Körper und spielt eine zentrale Rolle beim Fettstoffwechsel.


Bei einer Fettleber handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Leber, bei der übermäßig viel fett in den Leberzellen eingelagert wird. Der normale Fettgehalt in den Zellen der Leber liegt bei max. 5 Prozent. Je nach Verfettung der Leber wird zwischen einer leichten, mäßigen und schweren Fettleber unterschieden. Bei einer leichten Fettleber sind weniger als 33 Prozent der Leberzellen verfettet, bei einer schweren Fettleber hingegen mehr als 66 Prozent. Es wird zudem zwischen einer nicht-alkoholischen und einer alkoholischen Fettleber unterschieden, wobei die nicht-alkoholische Fettleber weiter verbreitet ist. Rund 25-30 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter einer Fettleber.


Stellt der Arzt eine Fettleber fest, ist das allein noch keine Krankheit. Bei einer leichten Verfettung kann es sich auch um einen vorübergehend hohen Fettanteil handeln, der mit geeigneten Maßnahmen von der Leber selbst wieder abgebaut wird. Bei langfristiger Verfettung können jedoch Entzündungen und Vernarbungen entstehen, die eine Fettleber irreversibel machen.



Welche Ursachen hat eine Fettleber?


Die Fettleber hat verschiedene Auslöser und kann auch das Symptom einer anderen Erkrankung wie z.B. Hepatitis sein. Der genaue Entstehungsprozess einer Fettleber ist noch nicht vollständig geklärt. Die Hauptursache für die Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber ist eine ungesunde Lebensweise.


Nicht-alkoholische Fettleber


Die Fettleber steht oft in Verbindung mit Übergewicht bzw. Fettleibigkeit. Diese resultiert aus einer erhöhten Kalorienzufuhr, die den täglichen Energiebedarf überschreitet sowie einem Bewegungsmangel. Der Leber werden zu viele Fettsäuren zugeführt, die sie nicht mehr abbauen kann und es entstehen Fettablagerungen. Diese können sich auch zwischen den Organen ansammeln (viszerales Bauchfett), was besonders gesundheitsgefährdend ist. Nahezu alle Fettleber-Patienten sind übergewichtig.

Im engen Zusammenhang mit Übergewicht steht Diabetes Typ 2 bzw. eine Insulinresistenz als weitere Ursache für die Fettleber. In diesem Fall entsteht ein Teufelskreis: Eine Fettleber tritt bei Diabetikern 70 Prozent häufiger auf und gleichzeitig begünstigt das eingelagerte Fett eine Insulinresistenz.


Weitere Risikofaktoren für eine nicht-alkoholische Fettleber sind:


  • Einnahme bestimmter Medikamente z.B. Östrogene und Steroide

  • metabolisches Syndrom

  • genetische Veranlagung

  • Hyperlipidämie (Störung des Fettstoffwechsels, bei der die Blutfettwerte erhöht sind)

  • Wirkung bestimmter Toxine z.B. giftige Dämpfe, Tetracycline



Alkoholische Fettleber


Eine weitere entscheidende Rolle bei der Leberverfettung spielt der Konsum von Alkohol. Der regelmäßige Konsum bzw. Missbrauch von Alkohol belastet die Leber stark, denn beim Abbau entstehen toxische Abbauprodukte, die das Gewebe der Leber schädigen und Entzündungen verursachen. Dadurch wird die Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktion des Organs beeinträchtigt und es werden vermehrt Fettsäuren eingelagert.

Bereits bei 20 Gramm Alkohol täglich bei Frauen und 30 Gramm Alkohol bei Männern, was ca. einem halben Liter Bier oder 2 Gläsern Sekt entspricht, ist die kritische Grenze erreicht. Wird diese Menge über einen längeren Zeitraum konsumiert, steigt die Wahrscheinlichkeit, eine Fettleber und weitere Leberschäden wie eine Zirrhose zu entwickeln.



Was sind die Symptome einer Fettleber?


Die nicht-alkoholische Fettleber selbst verursacht bei den meisten Betroffenen keine Symptome. Sie ist vielmehr eine Begleiterscheinung bei anderen gesundheitlichen Beschwerden wie z.B. Übergewicht. Bei einigen Fettleber-Patienten sind die Werte des Enzyms Transaminase erhöht, doch das gilt noch längst nicht für alle. Aus diesem Grund bleibt eine Fettleber bei vielen Menschen lange unentdeckt und damit auch unbehandelt, wenn nicht gezielt danach gesucht wird.


Die alkoholische Fettleber hingegen geht häufig mit Symptomen wie Schmerzen im Bauchbereich, Abgeschlagenheit und sogar einer gelblichen Verfärbung der Haut bemerkbar.



Wie kann eine Fettleber vorgebeugt werden?


Wie eine Fettleber vorgebeugt werden kann, ist abhängig von den Auslösern.

Ein wesentlicher Baustein in der Prophylaxe bildet ein gesunder Lebensstil, insbesondere wenn ein starkes Übergewicht und Bewegungsmangel vorliegt. In diesem Fall gilt es schnellstmöglich Gewicht zu verlieren und die sportliche Aktivität zu erhöhen. Die Ernährung sollte fettarm und trotzdem nährstoffreich sein, um den täglichen Bedarf an Vitaminen zu decken und den Stoffwechsel zu normalisieren. Zur Unterstützung können auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, die den Abnehmprozess vereinfachen und gleichzeitig die wichtigsten Mikronährstoffe enthalten wie z.B. Vitalrin Sonnenkomplex. Um Fett zu verlieren, muss ein Kaloriendefizit erreicht werden.


Wichtig ist es, tägliche Sporteinheiten in den Alltag zu integrieren und so überschüssiges Fett abzubauen. Auf diese Weise lässt sich außerdem ein Kalorienüberschuss vermeiden.


Bei einer alkoholischen Fettleber gilt es den Alkoholkonsum umgehend einzuschränken bzw. komplett zu stoppen. Umso schneller das passiert, desto größer ist die Chance auf eine Heilung. Nur ein Entzug kann verhindern, dass die Fettleber zur einer Fibrose und letztlich zu einer Zirrhose wird. Auch hier sollte unbedingt auf eine gesunde, fettarme und zuckerarme Ernährung geachtet werden, um die Leber nicht zusätzlich zu belasten und den Heilungsprozess zu unterstützen.


Eine medikamentöse Behandlung der Fettleber ist ebenfalls eine Option, allerdings ist die Wirksamkeit bestimmter Mittel noch nicht nicht hinreichend geprüft und bestätigt worden. Es bedarf noch weiterer Studien, um den Effekt und mögliche Nebenwirkungen von speziellen Wirkstoffen auf die Fettleber zu überprüfen. Zu den möglichen wirkungsvollen Mitteln zählen ACE-Hemmer, Statine und Vitamin E.


Fettleber heilen: Kann eine Fettleber rückgängig gemacht werden?


Eine Fettleber ist noch lange kein Todesurteil, ganz im Gegenteil. Liegen Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder ein starker Alkoholkonsum vor, ist es sinnvoll die Leber überprüfen zu lassen. Wird eine Fettleber diagnostiziert, können rechtzeitig ergriffene Maßnahmen diesen Zustand wieder rückgängig machen und die Verfettung beseitigt werden. Je nachdem wie weit die Verfettung fortgeschritten ist und wie schnell dagegen vorgegangen wird, dauert es unter Umständen nur wenige Wochen bis der Normalzustand der Leber wiederhergestellt ist. Bei einer starken Fettleber kann der Prozess auch einige Monate dauern.


Bei einer alkoholischen Fettleber kann diese sich nur bei völligem Verzicht auf Alkohol wieder regenerieren, insofern noch keine Folgeschäden wie Fibrosen oder Zirrhosen eingetreten sind. Wird der Entzug angetreten, dauert es ca. 2-3 Monate um die Fettleber wieder rückgängig zu machen.



Quellen:

  • Anja Figge, Andreas Jähnert, Ali Canbay: Wie (un)gefährlich ist die einfache Fettleber? 2021.

  • N. Worm: Ernährungstherapie der nichtalkoholischen Fettleber. 2018.

  • Edmund A. Purucker: Fettleber behandeln: Ernährung und Bewegung arbeiten Hand in Hand. 2018.