• Sandra Ruben

Fettige Haare in den Wechseljahren: Harmlos oder Krankheit?

Warum das Haar im Alter plötzlich schneller fettet und was Sie dagegen tun können




Im Alter wird das Haar sowohl bei Männern als auch bei Frauen oft dünner. Insbesondere Frauen haben in den Wechseljahren mit etlichen Haarproblemen wie Haarausfall oder sprödem Haar zu kämpfen. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein und statt mit trockenem Haar haben Betroffene dann plötzlich mit schnell fettendem Haar zu kämpfen.

Erfahren Sie mehr darüber, was die Auslöser für fettiges Haar in der Menopause sind und welche vorbeugenden Maßnahmen Sie ergreifen können.




Haarveränderungen in den Wechseljahren


Weniger Volumen, weniger Glanz, weniger Geschmeidigkeit - viele Frauen fürchten sich vor dem Eintreten dieser Veränderungen ihrer Haarpracht. Verständlich, denn volles, gesundes Haar hat Wiedererkennungswert und strahlt Weiblichkeit aus. Dennoch bleiben die meisten davor mit dem Eintreten der Wechseljahre nicht verschont.


Frauen klagen mit zunehmendem Alter häufig über stumpfes und glanzloses Haar und das Ausdünnen der Haarpracht in der Scheitelregion. Zusätzlich ergrauen die Haare und Haarausfall macht sich bemerkbar. Mit den körperlichen Veränderungen in den Wechseljahren kann die Kopfhaut zudem immer trockener und sogar schuppig werden.

Doch was wenn das andere Extrem eintritt und die Haare plötzlich immer fettiger werden?




Ursachen für schnell fettendes Haar


Um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und fettiges Haar mit zunehmendem Alter in den Griff zu bekommen, sollte man die Ursachen ergründen. Es gibt mehrere Faktoren, die die Kopfhaut und das Haar schnell fettig werden lassen.


Hormonelle Umstellung


Der hormonelle Umschwung in den Wechseljahren ist ohne Zweifel der Hauptverursacher von schnell fettenden Haaren bei Frauen ab 50. Nur leider ist die Menopause ein natürlicher Prozess, der nicht übersprungen werden kann.


Während der Wechseljahre entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen. Oft wird behauptet, dass der Testosterongehalt während dieser Phase ansteigt, das stimmt so jedoch nicht. Vielmehr sinkt der Anteil der Östrogene, der Testosteronspiegel bleibt dabei annähernd gleich und ist somit in Relation höher. Dementsprechend verstärkt sich der Einfluss der männlichen Geschlechtshormone auf den weiblichen Körper. Das bringt Veränderungen mit sich, u.a. eine verstärkte Talgproduktion auf der Kopfhaut, die das Haar schneller strähnig aussehen lässt.



Pflege und Styling


Abgesehen von körperlichen Veränderungen können auch äußere Faktoren das Haar schneller fetten lassen.


Wenn das Haar an Volumen und Glanz verliert, wird häufig zu zahlreichen Pflege- und Stylingprodukten gegriffen die das Haar fülliger, glänzender oder geschmeidiger aussehen lassen sollen. Diese beschweren das Haar und greifen mit reizenden Inhaltsstoffen die strapazierte Kopfhaut an. Als Schutzreaktion bildet sie vermehrt Talg und die Haare fetten deutlich schneller.


Wer häufig zu Stylingprodukten greift sollte darauf achten, sie auch gründlich wieder auszuwaschen. Rückstände von Haarspray, Schaumfestiger und Co. sammeln sich sonst auf der Kopfhaut und lassen das Haar früher oder später ungepflegt aussehen.


Ein ähnlicher Effekt tritt auf, wenn das Haar übermäßig mit Hitze belastet wird z.B. durch Föhnen oder heißes Wasser. Wärme regt die Talgproduktion nämlich an und mehr Talg bedeutet schneller fettendes Haar.





Stress


Richtig gelesen, auch eine anhaltende psychische Belastung durch Stress kann für fettiges Haar in den Wechseljahren sorgen. Das liegt an der vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Kortisol, die die Talgproduktion in der Kopfhaut stimulieren.




Fettiges Haar im Alter vorbeugen


Für viele Frauen sind schnell fettende Haare ein ungewohntes Problem. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kann dem aber vorgebeugt werden.



Haarwäsche


Auch wenn es schwer fällt: die Haare nicht jeden Tag waschen. Das entzieht der Kopfhaut Feuchtigkeit und veranlasst sie dazu, noch mehr Talg zu produzieren.


Wenn es gar nicht anders geht, sollte auf ein mildes, pH-neutrales Shampoo zurückgegriffen werden und ganz wichtig: die Haare mit lauwarmem Wasser ausspülen. Trockenshampoo kann bis zur nächsten Haarwäsche ebenfalls Abhilfe schaffen.



Pflege


Mit den Veränderungen des Körpers in den Wechseljahren können sich auch die Bedürfnisse der Haare und Kopfhaut verändern. Möglicherweise ist das Lieblings-Feuchtigkeitsshampoo plötzlich nicht mehr für Ihre Haare geeignet und es wird Zeit, die Haarpflege umzustellen.


Bei fettigem Haar sollte auf Pflegeprodukte mit Silikonen und Ölen verzichtet werden. Sie beschweren das Haar und lassen es strähniger aussehen. Conditioner sollte nur in die Längen und Spitzen gegeben werden und nicht auf die Kopfhaut.



Kopfmassage


Regelmäßige Kopfmassagen können helfen, die Talgdrüsen zu stimulieren und so langfristig die verstärkte Talgproduktion zu verringern. Allerdings sollten die Kopfhaut trocken massiert werden, also ohne zusätzliche Pflegeprodukte wie Haaröle oder Haarspülungen.



Gesunde Ernährung


Die Ernährungsweise kann sich auch auf die Haargesundheit und die Talgproduktion auswirken. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung trägt zur Versorgung der Haare mit den notwendigen Nährstoffen bei und kann helfen, das Fetten der Haare hinauszuzögern.




Krankheiten als Ursache ausschließen


Manchmal können sich auch Krankheiten, ein hormonelles Ungleichgewicht oder ein Nährstoffmangel in einer übermäßigen Talgproduktion in der Menopause äußern.


Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann sich unter anderem durch stärker fettendes Haar bemerkbar machen. Das ist meist bei einer Schilddrüsenüberfunktion der Fall.


Auch ein Vitaminmangel kann dazu führen, dass die Haare schneller strähnig aussehen. Fehlt dem Körper z.B. das Vitamin B6, so kann das die Talgproduktion in der Haut beeinflussen und sie wird schneller ölig.


Eine weitere Ursache für schnell fettendes Haar im Alter könnte auf eine krankhafte Überproduktion von Talg - die Seborrhö - zurückzuführen sein. Diese steht häufig im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen.


Um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen, sollte bei ungewöhnlichen Veränderungen der Kopfhaut ein Hautarzt oder Endokrinologe aufgesucht werden. Mittels einer Blut- oder Urinprobe können Rückschlüsse auf hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen gezogen werden.






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