• Sandra Ruben

Gürtelrose: Ratgeber zu Ursachen und Behandlung

Wie Sie die Zweiterkrankung nach einer Windpocken-Infektion behandeln und Nachschäden verhindern können




Fast jeder Dritte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Gürtelrose (Herpes zoster). Die ansteckende Viruserkrankung, die sich in Form eines schmerzhaften Hautausschlags äußert, wird vom selben Erreger verursacht wie Windpocken. Damit keine Komplikationen oder Nachschäden auftreten, ist es wichtig, die Gürtelrose frühzeitig zu behandeln. Mehr über das Virus und dessen Behandlung lesen Sie hier.



Was ist Gürtelrose?



Bei der Gürtelrose, fachlich: Herpes Zoster, handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Typisch ist ein meist einseitiger, schmerzhafter Ausschlag in gürtel-ähnlicher Form, woher sich auch der Name Gürtelrose ableitet.


Verursacher ist das Varizella-Zoster-Virus, welches ebenso für die Windpocken verantwortlich ist. Die Kinderkrankheit Windpocken tritt als Erstinfektion auf. Folglich erkranken nur Menschen an einer Gürtelrose, die zuvor, auch wenn es Jahrzehnte zurückliegen kann, Windpocken hatten. Wie andere Herpes-Viren bleiben auch die Varizella-Zoster-Viren nach einer Windpocken-Infektion lebenslang im Organismus. Sie nisten in bestimmten Nervenzellen des Rückenmarks, den Spinalganglien. Dort können die Viren das ganze Leben lang inaktiv verharren.


Wenn das Immunsystem jedoch geschwächt ist, meist mit zunehmendem Alter (in der Regel ab 50 Jahren) oder aufgrund anderer Infektionen bzw. Krankheiten, die die Immunabwehr schwächen, vermehren sich die Viren und wandern entlang der Nervenfasern bis an die Hautoberfläche. Dort verursachen sie Entzündungen des Nervengewebes und es bilden sich die charakteristischen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Häufig ist nur eine Körperseite betroffen, es können dabei alle Körperregionen, das Gesicht und auch Organe befallen sein. Meist verursacht der Hautausschlag starke Schmerzen.





Wie hängen Windpocken und Gürtelrose zusammen und wie unterscheiden sie sich?



Wie bereits erwähnt handelt es sich bei der Gürtelrose um die Zweitinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, der ebenso für die Windpocken-Infektion verantwortlich ist. Diese tritt als Erstinfektion in Erscheinung. Auch wenn die beiden Krankheiten einiges gemeinsam haben, so unterscheiden sie sich trotz identischen Auslösers auch in einigen Punkten.



Gemeinsamkeiten


  • Erreger Beide Krankheiten werden vom Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Die Erstansteckung verursacht Windpocken, bei der Zweitinfektion kommt es zur Gürtelrose.

  • Juckender Hautausschlag Beide Krankheiten haben einen juckenden Hautausschlag zur Folge. Dieser äußert sich erst in Papeln, später in mit Flüssigkeit gefüllten Blasen. Diese verkrusten innerhalb weniger Tage.

  • Prävention Für beide Krankheiten gibt es einen Impfstoff. Die Windpocken-Impfung wird Kindern empfohlen. So verringert sich auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Gürtelrose zu erkranken. Gegen diese wird eine Impfung ab dem 60. Lebensjahr empfohlen.



Unterschiede


  • Art der Erkrankung Bei den Windpocken handelt es sich um eine Neuinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Nach dem Abheilen ziehen sich die Viren in die Spinalganglien zurück und verharren dort inaktiv. Damit eine Gürtelrose entstehen kann, muss die Person zuvor an Windpocken erkrankt sein. Es handelt sich also nicht um eine Neuinfektion, sondern um eine Reaktivierung der inaktiven Viren.


  • Alter bei der Erkrankung Windpocken sind eine klassische Kinderkrankheit. Rund 99,5% aller Erwachsenen waren in ihrer Kindheit einmal mit dem Varizella-Zoster-Virus infiziert, können also eine Gürtelrose entwickeln. Bei dieser hingegen sind meist Erwachsene ab 50 betroffen, bei Kindern ist der Ausbruch einer Gürtelrose hingegen eher selten und verläuft meist milder.


  • Form des Ausschlags Bei Windpocken verteilen sich die juckenden Bläschen ausgehend vom Rumpf am gesamten Körper. Bei der Gürtelrose betrifft der Hautausschlag lediglich ein begrenztes Areal und verläuft meist band- oder gürtelförmig im Brust- oder Rumpfbereich.


  • Ansteckung Windpocken sind hochgradig ansteckend und übertragen sich mittels einer Tröpfcheninfektion. Auch die Flüssigkeit der Bläschen ist ansteckend. Die Ansteckungszeit beginnt 1-2 Tage vor Auftreten der Hautveränderung und hält bis zu einer Woche an, nachdem die Bläschen verkrustet sind. Bei der Gürtelrose ist lediglich der direkte Kontakt mit den Bläschen ansteckend, es handelt sich um eine Schmierinfektion. Außerdem können sich nur Personen, die noch keine Windpocken hatten, anstecken. Der Ansteckungszeitraum ist identisch mit dem der Windpocken.


  • Häufigkeit der Erkrankung Während man an Windpocken nur einmal im Leben erkranken kann, kann eine Gürtelrose-Infektion lebenslänglich immer wieder auftreten.


  • Symptomatik Klassische Windpocken-Symptome sind der juckende Hautausschlag und Fieber. Bei der Gürtelrose sind die starken Nervenschmerzen das Alleinstellungsmerkmal. Diese können Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten (Post-Zoster-Neuralgie).





Welche Ursachen und Risikofaktoren hat eine Gürtelrose?



Wie bereits erwähnt ist eine vorherige Windpocken-Infektion die Bedingung dafür, dass später eine Gürtelrose ausbricht. Da Windpocken extrem ansteckend sind, litten rund 99,5 Prozent aller Erwachsenen einmal an der Infektion. Danach verharren die Varizella-Zoster-Viren meist inaktiv im Körper, können aber bei einer geschwächten Immunabwehr wieder aktiv werden und eine Gürtelrose auslösen.


Das Immunsystem verliert mit zunehmendem Alter an Leistungsfähigkeit. Bereits ab einem Alter von ungefähr 50 Jahren ist dieser Leistungsunterschied deutlich bemerkbar, weshalb eine Erkrankung an der Gürtelrose wahrscheinlicher ist.

Neben dem Alter gibt es weitere Gründe für eine Schwächung des Immunsystems, welche Risikofaktoren für eine Gürtelrose darstellen:


  • psychische Belastung (Stress, Traumata)

  • UV-Strahlung (oft z.B. in Folge eines starken Sonnenbrandes)

  • andere Infektionen (z.B. Grippe)

  • Medikamente, die das Abwehrsystem hemmen (Immunsuppressiva), z.B. bei der Rheumatherapie

  • Krebserkrankungen

Welche Symptome äußert die Gürtelrose?


Die Symptome einer Gürtelrose sind individuell sehr verschieden. In den meisten Fällen äußert sich die Gürtelrose zu Beginn mit eher unspezifischen Symptomen wie Gliederschmerzen, allgemeinem Unwohlsein, Müdigkeit und manchmal auch leichtem Fieber.


Erst nach zwei bis drei Tagen kommen brennende Schmerzen, Juckreiz und ein Hautkribbeln hinzu. Dann folgen die abgegrenzten, einseitigen Rötungen und gefüllte Bläschen. Häufig befinden diese sich am Rumpf oder Brustkorb. Hier unterscheidet sich die Gürtelrose deutlich von den Windpocken, bei denen der ganze Körper befallen ist. Die Papeln zerplatzen und verkrusten meist nach wenigen Tagen. In wenigen Fällen bleiben Narben und Pigmentflecken zurück.

Neben den Hautveränderungen äußert sich die Gürtelrose primär durch starke Nervenschmerzen. Bei der Reaktivierung der Varizella-Zoster-Viren werden häufig die Nervenzellen geschädigt. In Folge kommt es zu Empfindungsstörungen oder Nervenschmerzen. Diese können auch deutlich länger, nachdem die Papeln bereits abgeheilt sind, anhalten. Dann spricht man auch von einer sogenannten Post-Zoster-Neuralgie.


In der Regel dauert es bis zu vier Wochen, bis die Symptome einer Gürtelrose vollständig abgeklungen sind. Die Viren sind nun wieder inaktiv, können aber auch nach einer Gürtelrose-Erkrankung erneut auftreten und wiederholt eine Gürtelrose verursachen.



Wie behandelt man Gürtelrose?


Eine Gürtelrose sollte spätestens drei Tage nach Aufkommen der Hautveränderungen behandelt werden, um Spätfolgen wie die Post-Zoster-Neuralgie zu verhindern. Meist gestaltet sich dies aufgrund der zu Beginn eher unspezifischen Krankheitszeichen schwierig.


In den ersten 72 Stunden kann die Vermehrung der Viren mittels Virostatika gehemmt werden. So können Schwere und Dauer des Ausschlags verringert und unmittelbare Nervenschmerzen reduziert werden.


Mithilfe von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol können die Nervenschmerzen gelindert werden. Diese senken eventuelles Fieber, die Erregbarkeit von Nervenzellen und hemmen die Schmerzweiterleitung ins Rückenmark. Außerdem hat sich gezeigt, dass sich der Einsatz von Schmerzmitteln positiv auf die Verhinderung der Post-Zoster-Neuralgie auswirken kann.

Juckreizstillende, entzündungshemmende oder desinfizierende Hautpflegemittel können zur Behandlung des Ausschlags und der Bläschen verwendet werden. Oft werden hier Salben und Tinkturen verwendet. Die Mittel werden lokal aufgetragen, verhindern Infektionen und fördern das Abheilen. Auch gibt es Präparate, die das Austrocknen der Papeln beschleunigen oder vorhandene Krusten lösen.

Eine Gürtelrose kann nicht geheilt werden, es werden also lediglich die Symptome behandelt. Das Varizella-Zoster-Virus bleibt weiterhin im Körper und zieht sich in die Spinalganglien zurück. Von dort können sie jedoch erneut aktiviert werden und eine Gürtelrose auslösen.


Gibt es eine Gürtelrose-Impfung?



Bis 2018 wurde gegen die Gürtelrose mittels eines Lebendimpfstoffs geimpft. Dieser wird zur Therapie jedoch nicht mehr empfohlen.

Der neue Impfstoff gegen Gürtelrose, der seit 2018 verwendet wird, basiert auf den abgetöteten Erregern und beinhaltet zusätzlich einen Wirkverstärker. Er verfolgt das Ziel, eine erneute Aktivierung der Varizella-Zoster-Viren therapeutisch zu verhindern, indem die körpereigene Immunantwort gegen das Virus verstärkt wird.

Hierfür sind zwei Dosen des Wirkstoffes von Nöten, die im Abstand von 2 bis 6 Monaten in den Oberarmmuskel injiziert werden.

Eine Impfung wird vom Robert-Koch-Institut ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen, da die Schwere und Folgen der Gürtelrose mit dem Alter zunehmen. Bei chronisch Erkrankten wird eine Impfung bereits ab 50 Jahren empfohlen.

In der Regel übernehmen die meisten gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Gürtelrose-Impfung.




Häufig gestellte Fragen



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