• Anni Keller

Vitiligo Behandlung: Das hilft!

Vitiligo Ursachen, Symptome und die geeignete Behandlung. Das sollten Sie wissen!


Vitiligo verschwunden

Vitiligo oder auch Weißfleckenkrankheit ist eine recht unbekannte Hautkrankheit. Größeres Aufsehen erlangte sie durch das kanadische Model Winnie Harlow, deren Markenzeichen sie mittlerweile geworden ist. Geschätzt ist nur etwa 1 Prozent der Weltbevölkerung von den weißen Pigmentflecken betroffen. Dabei wirft die Krankheit viele Fragen zu Ursachen, Behandlung und Heilung auf. Jetzt mehr lesen!





Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)?

  • Vitiligo Symptome

  • Vitiligo Ursachen

  • Wie behandelt man Vitiligo?





Was ist Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)?



Die Weißfleckenkrankheit äußert sich in Form von hellen Hautveränderungen. Die Betroffenen bekommen im Laufe ihres Lebens, meist vor dem 20. Lebensjahr, weiße, scharf begrenzte Flecken auf der Haut. Die Größe, Form und Zahl der Flecken kann sehr unterschiedlich sein. Die Krankheit ist ungefährlich und auch nicht ansteckend. Für viele ist sie dennoch mehr als ein kosmetisches Problem, da vor allem die Psyche unter der Hauterkrankung leidet und junge Patienten nicht selten gehänselt werden.


Vitiligo ist eine Form der Pigmentstörung. Die weißen Hautflecken treten entweder am ganzen Körper oder nur selektiv auf. Meist kommen sie schubweise zum Vorschein. Zurückzuführen ist die Entstehung der Flecken auf einen Pigmentverlust. Das Farbpigment Melanin, welches für die Farbgebung der Haut und Haare zuständig ist, wird nur eingeschränkt produziert. In den betroffenen Hautbereichen wird daher weniger oder gar kein Melanin gebildet. Vitiligo ist nicht heilbar.





Vitiligo Symptome



Charakteristisch für die Vitiligo sind die hellen Verfärbungen der Haut. Ansonsten gehen mit der Weißfleckenkrankheit meist keine weiteren Beschwerden einher, auch wenn sie oft als große psychische Belastung empfunden wird. Je nach Art der Flecken wird in zwei verschiedene Formen von Vitiligo unterschieden:


  • Lokale, segmentierte Vitiligo - Nur vereinzelte Körperstellen sind betroffen und zwischen den Flecken herrscht keine Symmetrie.

  • Generalisierte, nicht-segmentierte Vitiligo - die häufigere Erscheinungsform. Mehrere Partien, teilweise der ganze Körper sind großflächig betroffen. Meist besteht eine Symmetrie bzw. eine parallele Verteilung der Flecken. Manche Formen beschränken sich auf das Gesicht, die Hände und Füße.


In seltenen Fällen zeigt sich die Weißfleckenkrankheit auch auf den Schleimhäuten oder der Kopfhaut. Teilweise zeigen auch die Haare aufgrund von Vitiligo einen Farbverlust.


Im Vitiligo Anfangsstadium sind meist die Augenlider, Mundwinkel und Handrücken betroffen. Oft tritt die Weißfleckenkrankheit zum ersten Mal im Alter von 5 bis 12 Jahren oder zwischen 20 und 40 Jahren auf.


Kann Vitiligo einfach verschwinden?


Insbesondere dann, wenn viele Flecken vorliegen und diese großflächig verteilt sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie von allein wieder verschwinden. Da die Krankheit schubweise auftritt, kann es aber sein dass manche Flecken verschwinden oder neue hinzukommen.


Liegt eine generalisierte Vitiligo vor, breitet diese sich meist über mehrere Jahre hinweg schubweise immer weiter aus. Liegt hingegen nur eine lokale Vitiligo vor, so bilden sich die Flecken über mehrere Monate und bleiben dann stabil.


Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Vitiligo und der Schilddrüse?


Studien* haben gezeigt, dass sich durch die Weißfleckenkrankheit die Wahrscheinlichkeit erhöht, ebenfalls an einer Schilddrüsenkrankheit zu erkranken.





Vitiligo Ursachen



Die Gründe für die Entstehung der Weißfleckenkrankheit sind bislang nicht vollständig geklärt. Es gibt verschiedene Vermutungen und Hypothesen, die die Vitiligo Ursachen erklären.


Ein möglicher Entstehungsgrund ist die genetische Veranlagung. Es fällt auf, dass die Weißfleckenkrankheit in einigen Familien gehäuft auftritt. In welchem Umfang die Vererbung eine Rolle spielt, ist jedoch unklar.


Ein Großteil der Forscher vermutet, dass es sich bei Vitiligo um eine Autoimmunkrankheit handelt. Aufgrund einer Fehlsteuerung geht das Immunsystem gegen die körpereigenen Zellen vor. Der Körper bildet Antikörper gegen die Melanozyten, welche für die Synthese von Melanin zuständig sind. Die pigmentbildenden Zellen werden in Folge zerstört. Solche Antikörper konnten bei einigen Betroffenen nachgewiesen werden, wodurch die These gestützt wird. Die Ursache für die Fehlleitung des Immunsystems bleibt bislang ungeklärt.


Eine weitere Theorie sieht in einer Fehlfunktion des Stoffwechsels die Ursache von Vitiligo. Sie wird auch als Autoaggressionshypothese bezeichnet. Hier geht man davon aus, dass ein Ungleichgewicht zwischen speziellen Enzymen in den Pigmentzellen und den jeweiligen Abfallprodukten, die bei der Pigmentbildung anfallen, besteht. Folglich kommt es zu einer Selbstzerstörung der Melanozyten.


Weiterhin wird vermutet, dass auch die Nerven eine Rolle bei der Entstehung der Weißfleckenkrankheit eine Rolle spielen. Die Neuralhypothese vermutet, dass die Hautnerven eine Substanz abgeben, die die Pigmentzellen zerstört.


Vermutlich gibt es bei der Entstehung der Vitiligo ein Zusammenspiel der Theorien.


Auslösende Faktoren


Auch wenn die Ursachen für die Entstehung der Vitiligo nicht geklärt sind, gibt es Risikofaktoren, die einen Ausbruch der Hautkrankheit auslösen können.


Stress ist einer der Hauptauslöser. Psychische Belastungen können die Entstehung von Flecken ebenso bedingen wie physischer Stress (bspw. eine Grippe).

Auch intensive Sonneneinstrahlung bzw. Sonnenbrände können einen Ausbruch forcieren.

Ein weiterer Faktor sind lokale Entzündungen der Haut oder Reizungen, beispielsweise aufgrund einer Neurodermitis oder einer Schuppenflechte. Zuletzt wird auch diskutiert, ob sich hormonelle Umstellungen, z.B. in Folge einer Schwangerschaft oder während der Pubertät, eine Vitiligo auslösen können.





Vitiligo Behandlung



Wie bereits erwähnt ist Vitiligo nicht heilbar. Es besteht lediglich die Möglichkeit, das Auftreten von Schüben einzudämmen und bestehende Flecken weniger stark sichtbar werden zu lassen. Nach einer Behandlung können neue Flecken jedoch jederzeit wieder auftreten.


Um akute Schübe zu minimieren, sollte Stress gemieden werden. Wichtig ist es auch, die betroffenen Hautstellen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Sonnenschutz mit besonders hohem Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert, um das Hautkrebsrisiko zu verringern. Mit stark deckenden Foundations oder Concealern können die Flecken kaschiert werden. Wer besonders unter der psychischen Belastung leidet, kann Hilfe in Selbsthilfegruppen oder beim Psychologen finden.


Medikamentöse Vitiligo Behandlung


Vor allem bei einer lokalen Vitiligo ist es sinnvoll, die betroffenen Hautstellen mit wirkstoffhaltigen Salben zu behandeln. Der Einsatz von Kortison oder Calcipotriol hat sich als effektiv erwiesen. Bei der Anwendung von Kortison ist jedoch zu beachten, dass die Behandlung nicht langfristig erfolgen sollte. Cortisonpräparate sind mit vielen Nebenwirkungen verbunden, darunter auch einem unvermeidbaren Dünnerwerden der Haut.


Zusätzlich werden verstärkt Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem hemmen. Solche Immunsuppressiva sollen verhindern, dass die Pigmentzellen zerstört werden. Zu den verwendeten Wirkstoffen zählen Tacrolimus oder Pimecrolimus.


Phototherapie bei Vitiligo


Ergänzend oder alternativ kann Vitiligo auch mittels einer Phototherapie behandelt werden. Vor allem bei der generalisierten Vitiligo, bei der die Flecken großflächig und symmetrisch an mehreren Körperarealen auftreten, hat sich die Lichttherapie bewährt. Die betroffenen Stellen werden gezielt mit UV-Licht bestrahlt. Die Pigmentzellen, die noch nicht vollständig zerstört wurden, können so dazu angeregt werden, aufzukeimen. Das Wachstum der Melanozyten soll durch das UV-B-Licht gefördert werden. Die Bestrahlung erfolgt 2- bis 3-mal wöchentlich. Ergebnisse sind nach etwa 2 bis 3 Monaten sichtbar.


Bei der PUVA-Therapie werden lichtsensibilisierende Medikamente (Psorale) mit UV-A-Licht kombiniert. Die Methode ist effektiv, weist aber eine Vielzahl an Nebenwirkungen auf.


Transplantation von Melanozyten


Es besteht außerdem die Möglichkeit, dem Patienten gesunde Pigmentzellen zu entnehmen und diese im Reagenzglas zu vermehren. Bei der Behandlung werden diese anschließend in die betroffenen Stellen verpflanzt.



Sollte man bei Vitiligo auf eine spezielle Ernährung achten?


Grundsätzlich ist bei einer Vitiligo Erkrankung keine besondere Ernährung notwendig. Für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden sollte immer auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Fast Food, Zucker sowie übermäßig viel Salz und Fett können dem Körper so oder so schaden.


Einige Lebensmittel können dabei helfen, das Immunsystem zu stärken und die Entstehung von oxidativem Stress zu verhindern.Beispielsweise kann Vitamin E dazu beitragen, die Zerstörung der Melanozyten durch freie Radikale zu verhindern. Vitamin C unterstützt diesen Effekt zusätzlich, ebenso wie Vitamin A.


Ebenso förderlich wirken sich Vitamin B12 und Folsäure aus. Vitamin B12 trägt zur Zellerneuerung bei. Dadurch sorgt es für einen guten Allgemeinzustand der Haut. Außerdem wirkt es antioxidativ und kann so die zerstörenden freien Radikale hemmen. In Kombination mit Folsäure erweist sich es zur Vitiligo Behandlung als besonders effektiv.






Quellen:


  • Vrijman, C. et al. (2012). The prevalence of thyroid disease in patients with vitiligo: a systematic review. British Journal of Dermatology, 167(6). 1224-1235. DOI: 10.1111/j.1365-2133.2012.11198.x