• Sandra Ruben

Schuppen loswerden: Was hilft wirklich?



Schuppen loswerden

Fettige oder trockene Schuppen sind für die Betroffenen oft ein unangenehm.


Schuppen sorgen für ein Erscheinungsbild, das nicht gerade von Schönheit und Gepflegtheit geprägt ist. Gehen sie zusätzlich mit starkem Juckreiz und einer gereizten Kopfhaut einher, sind die eigentlich harmlosen Haarschuppen mehr als nur ein kosmetisches Problem. In diesem Artikel beantworten wir relevante Fragen zur Schuppenbildung und klären, wie man Schuppen loswerden kann!





Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Schuppen?

  2. Schuppen Ursache: Wie entstehen Schuppen?

  3. Haben Männer öfter mit Schuppen zu kämpfen als Frauen?

  4. Wann sollte man mit Schuppen zum Arzt?

  5. Schuppen loswerden: Helfen Hausmittel gegen Schuppen?

  6. Pflege-Tipps gegen Schuppen

  7. Die richtige Ernährung bei Schuppen

  8. Hausmittel gegen Schuppen





Was sind Schuppen?



Alle Menschen produzieren Schuppen. Die Haut erneuert sich etwa alle 4 Wochen, so auch die Kopfhaut. Dabei werden die alten, abgestorbenen Hautschüppchen abgestoßen. Normalerweise sind die Hautschuppen so klein, dass dieser Vorgang nicht sichtbar ist.


Wenn sich die Haut jedoch zu schnell abschuppt und die alten Hautzellen verklumpen, werden sie als helle Schuppen sichtbar. Teilweise verfangen sie sich in den Haaren oder rieseln in hellen Flöckchen auf den Nacken oder die Schultern. Dabei lassen sich Schuppen in zwei Arten unterscheiden: Trockene und fettige Schuppen.


In der Regel sind Schuppen harmlos, auch wenn sie von den Betroffenen optisch als störend oder unhygienisch empfunden werden. In seltenen Fällen sind die Schüppchen ein Anzeichen für eine Hauterkrankung wie z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte oder eine Pilzinfektion.


Trockene Schuppen entstehen meist durch eine trockene Kopfhaut. Weitere Ursachen sind Heizungsluft im Winter, stark entfettende Shampoos und Pflegeprodukte sowie Hitzestyling oder heißes Klima. Auch bei Krankheiten wie Schuppenflechte bilden sich eher trockene, weiße Schuppen.


Demgegenüber sind fettige Schuppen meist das Resultat einer fettigen Kopfhaut. Durch die verstärkte Talgproduktion bilden sich gelbe, fettige Schuppen. Sie sind häufiger größer als trockene Schuppen und fühlen sich ölig an. Fettige Schuppen sind außerdem klebriger, weshalb sie sich verstärkt in den Haaren verfangen und dort länger verweilen. Hefepilze können so besser wachsen, was zu einer entzündeten Kopfhaut führen kann, die wiederum die Entstehung fettiger Schuppen begünstigt.





Schuppen Ursache: Wie entstehen Schuppen?



Die Entstehung von trockenen oder fettigen Schuppen haben wir bereits kurz erläutert. Häufig sind die Ursachen harmlos und nur in seltenen Fällen sind Erkrankungen Auslöser. Zu den häufigsten Ursachen für Schuppen zählen:

  • Genetische Veranlagung

  • Hormonveränderungen: Die Talgproduktion der Kopfhaut wird maßgeblich von Hormonen bestimmt. Daher leiden vor allem Jugendliche in der Pubertät verstärkt zu fettigen Schuppen und Akne. Nach der Pubertät lässt die verstärkte Talgproduktion meist wieder nach und damit auch das Problem mit Kopfschuppen. Durch die Hormonschwankungen leiden häufig Frauen in den Wechseljahren unter trockenen Schuppen.

  • Klima: Hitze und trockene Luft sind oft die Ursachen für eine trockene Kopfhaut und trockene Schuppen. Außerdem kommt es durch die Trockenheit verstärkt zu Juckreiz. Hohe Luftfeuchtigkeit ist hingegen eine der Ursachen für fettige Schuppen.

  • Falsche Pflege: Die häufige Haarwäsche (mit heißem Wasser) trocknet die Haare und die Kopfhaut aus, ebenso wie heißes Föhnen oder das Hitzestyling. Auch stark entfettende Shampoos fördern die Entstehung von trockenen, weißen Schuppen.

  • Stress: Anhaltender Stress und psychische Belastungen wirken sich negativ auf den Stoffwechsel der Hornhaut aus, wodurch Schuppen begünstigt werden. Auch Hautpilze können sich durch die geschwächte Hautbarriere leichter ansiedeln und so die Entstehung von Schuppen fördern.


Neben diesen Ursachen können auch Krankheiten Schuppen verursachen. Hierzu zählen vor allem entzündliche Hauterkrankungen.


Bei der Kopfhaut-Psoriasis handelt es sich um eine Unterform der Schuppenflechte, die sich nur schwer behandeln lässt. Hier bilden sich innerhalb von kurzer Zeit vermehrt Hautzellen, die zusätzlich schnell verhornen. Die Folge sind die typischen, kreisförmigen Flächen mit Schuppen.


Auch bei Neurodermitis (Atopisches Ekzem), die sich durch stark juckende und schuppende Ausschläge auf der Haut bemerkbar macht, kann die Kopfhaut und der Hals befallen sein. Durch eine stark juckende Kopfhaut können Schuppen entstehen.


Schuppen können sich auch infolge einer Kontaktallergie bilden. Manche Menschen reagieren allergisch auf Inhaltsstoffe in Kosmetika oder Haarpflegeprodukten, was sich in Form von Juckreiz, Schuppen oder Hautkrusten zeigen kann.


Häufig sind fettige Schuppen auch eine Begleiterscheinung des Seborrhoischen Ekzems. Der chronisch-entzündliche Hautausschlag befällt oft das Gesicht und die Kopfhaut. Zu den klassischen Symptomen zählen Juckreiz und gelbe Schuppen.


Nicht zuletzt kann auch der eingangs erwähnte Hefepilz die Entstehung von Kopfschuppen begünstigen. Der Pilz der Gattung Malassezia furfur ist normaler Bestandteil der Hautflora und ernährt sich überwiegend von den Fettsäuren im Hauttalg. Produziert die Kopfhaut übermäßig viel Talg, kann das Wachstum stark ansteigen und auf diese Weise Entzündungen ausgelöst werden. Das zeigt sich oft durch Juckreiz auf der Kopfhaut und ölige Schuppen.





Haben Männer öfter mit Schuppen zu kämpfen als Frauen?


Schuppen sind eine Problematik, die man eher mit Männern als mit Frauen verbindet. Und bei fettigen Schuppen trifft das auch zu: Da Männer mehr Talg produzieren und eine eher fettige Kopfhaut haben, neigen sie auch stärker zu öligen Schuppen als Frauen. Demgegenüber treten trockene Schuppen genauso häufig auch bei Frauen auf, da diese grundsätzlich zu Trockenheit tendieren.





Wann sollte man mit Schuppen zum Arzt?



Schuppen sind meist ein rein ästhetisches Problem, das sich mit der richtigen Haarpflege, Anti-Schuppen-Shampoos und einer gesunden Ernährung auch ohne einen Arztbesuch behandeln lässt.

Zeigen diese Methoden jedoch keinen Erfolg oder zeigen sich zusätzliche Symptome wie Haarausfall, extremer Juckreiz, eine brennende Kopfhaut oder nässende Stellen, sollte ein Hautarzt bzw. eine Hautärztin aufgesucht werden. Auch wenn die Schuppen immer wiederkehren, ist ein Arztbesuch ratsam.





Schuppen loswerden: Helfen Hausmittel gegen Schuppen?



Mit den richtigen Anti-Schuppen-Tipps lassen kann man fettige oder trockene Schuppen gut loswerden. Dazu zählt vor allem die geeignete Kopfhaut- und Haarpflege sowie eine ausgewogene Ernährung. Auch Hausmittel gegen Schuppen können eine nützliche Hilfe sein.



Pflege-Tipps gegen Schuppen


Anti-Schuppen-Shampoo

Anti-Schuppen-Shampoos sind dafür ausgelegt, die Neubildung von Schuppen zu verhindern. Dafür werden Wirkstoffe wie Salicylsäure oder Piroctonolamin eingesetzt. Die Salicylsäure kann die verhornten Hautschüppchen lösen, während das Piroctonolamin pilzabtötend wirkt und so die Flora auf dem Kopf wieder ins Gleichgewicht bringt.


Aber: In der Regel dient ein Anti-Schuppen-Shampoo nicht der dauerhaften oder täglichen Anwendung. Sonst kann es dazu kommen, dass die Kopfhaut austrocknet und sich die Schuppen verstärken statt zu verringern. Die Produkte sollten daher nur 1- bis 3-mal wöchentlich und nicht länger als einen Monat angewendet werden.


Richtige Pflege

Die Haare sollten nicht täglich gewaschen und geföhnt werden. Das gilt sowohl bei trockener, als auch bei fettiger Kopfhaut. Langes, heißes Föhnen verstärkt die Trockenheit auf dem Kopf, während es bei fettiger Haut dafür sorgt, dass noch mehr Talg produziert wird. Deswegen bestenfalls auf das Föhnen verzichten oder nur kurz und auf kalter Stufe föhnen.

Für trockene Kopfhaut eignen sich vor allem milde Shampoos, die speziell für trockene Haut entwickelt wurden.


Auch Stylingprodukte können stark austrocknen und die Kopfhaut reizen, besonders wenn Alkohole enthalten sind. Daher lieber auf viele Produkte verzichten oder sehr genau auf die Inhaltsstoffe achten.


Haarkuren mit natürlichen Ölen

Eine ausgetrocknete und stark beanspruchte Kopfhaut kann mit natürlichen Ölen (z.B. Olivenöl, Kokosöl) wieder geschmeidig gemacht werden. Auch Reizungen lassen sich lindern. Dafür eine kleine Menge auf der Kopfhaut einmassieren und am besten über Nacht einwirken lassen. Am Morgen mit einem milden Shampoo auswaschen.

Unser Tipp: Die Rezilin Basilikum-Extrakt Haarkur (z.B. in Apotheken erhältlich) kann auch bei trockener Kopfhaut helfen und so die Entstehung von Schuppen verhindern.



Die richtige Ernährung bei Schuppen


Auch die Ernährung spielt bei der Entstehung und Behandlung von Haarschuppen eine Rolle.

Diese Lebensmittel sollten Sie vermeiden, da Sie den Hefepilzen auf der Haut Nahrung liefern und die Talgproduktion verstärken können:

  • Alkohol

  • Weizenmehl

  • Zucker

  • fettreiche Lebensmittel


Stattdessen sollte die Ernährung möglichst ausgewogen sein und viele frische und gesunde Lebensmittel beinhalten. Für schöne Haut und Haare sind vor allem Vitamin A, Vitamin E, Biotin und Zink von Bedeutung.



Hausmittel gegen Schuppen


Bei trockenen Schuppen ist Backpulver ein beliebtes Hausmittel. Es wirkt wie ein natürliches Peeling und löst die abgestorbenen Hautzellen. Dafür nach der Haarwäsche eine Handvoll Backpulver auf die Kopfhaut geben und gut einmassieren. Danach mit lauwarmem Wasser ausspülen.


Ebenfalls für trockene Schuppen geeignet ist Naturjoghurt. Besonders strapazierte Kopfhaut lässt sich so beruhigen. Den Joghurt großzügig auf die Kopfhaut geben und für 15 Minuten einwirken lassen. Danach mit einem milden Shampoo auswaschen. Die Kur etwa 2- bis 3-mal wöchentlich wiederholen.


Bei fettigen Schuppen kann Teebaumöl helfen, besonders wenn die Schuppen nur stellenweise auf der Haut auftreten. Es wirkt pilzabtötend und desinfizierend. Dabei ist es sanft zur Haut. Einfach einige Tropfen Teebaumöl dem Shampoo hinzufügen und die Haare normal waschen. Bei schuppigen Stellen kann man die Stelle auch direkt mit dem Teebaumöl betupfen. Nach 15 Minuten abwaschen.

Vorsicht: Bei übermäßiger Anwendung kann das Öl stark austrocknend wirken.





 

Quellen:


  • Altmeyer, P. & Paech, V. (2011). Pityriasis simplex capillitii. In P. Altmeyer & V. Paech (Hrsg.), Enzyklopädie der Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin (2. Auflage). Springer.

  • Winterhagen, I. (2012). Psoriasis: Gegen den Schuppenpanzer. Deutsche Apotheker Zeitung, 43, 54.