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  • 20. Dez. 2022 - Anzeigensonderveröffentlichung

Nasenspray entwöhnen: 6 Tipps zur Suchtbewältigung

So werden Sie Ihre Nasenspray-Sucht los.



Nasenspray entwöhnen
Viele Menschen merken gar nicht, dass sie abhängig von Nasenspray sind.


Eine weitere Erkältungswelle geht herum und die ersten Anzeichen von Schnupfen machen sich schon bemerkbar. Die Nase ist verstopft und lässt einen nicht mehr frei atmen. Viele greifen da zum Nasenspray, das als schneller Helfer schon bereit steht. Nach der überstandenen Erkältung verschwinden die sonstigen Symptome nach und nach, doch die verstopfte Nase bleibt oftmals länger bestehen. Was viele Menschen nicht bemerken, ist nämlich, dass das regelmäßige Benutzen von Nasenspray abhängig machen kann. Die Schleimhäute gewöhnen sich so an den Wirkstoff, dass die Nase ohne Spray weiter verstopft bleibt. Doch wie kommt man aus diesem Teufelskreis wieder heraus und gibt es wirksame Alternativen?




Inhaltsverzeichnis





Wie funktionieren Nasensprays?


Bei Erkältungen, Allergien oder Nasennebenhöhlenentzündungen sorgen Nasensprays kurzfristig wieder für eine freie Nase. Anders als Nasentropfen bieten Nasensprays eine unkomplizierte Lösung und werden daher von den meisten Menschen bevorzugt. Das Fläschchen befördert die Wirkstoffe durch einen Sprühstoß direkt auf die Nasenschleimhaut. Vor allem im Winter greifen viele Erwachsene und Jugendliche zum Dosierspray. Wie genau die Nase von ihrer Verstopfung befreit wird, hängt von den Inhaltsstoffen des jeweiligen Sprays ab. Die Ursachen einer Verstopfung bekämpft das Nasenspray nicht, es lindert lediglich die Symptome des Infekts.



Abschwellende Nasensprays


Oxymetazolin, Xylometazolin oder Phenylephrin sind die Hauptwirkstoffe der sogenannten Dekongestiva. Sie können das Atmen erleichtern, indem sie dafür sorgen, dass die Verstopfung der Nasenschleimhaut abschwillt. Das passiert durch die Aktivierung der alpha adrenergen Rezeptoren in der Nasenschleimhaut. Die Blutgefäße verengen sich durch die Wirkstoffe und die Schwellung wird reduziert.


Die Verwendung solcher Nasensprays bietet zwar kurzfristig Erleichterung, sollte aber nicht über einen längeren Zeitraum geschehen, da ein medikamentös induzierter Schnupfen die Folge sein kann. Rhinitis medicamentosa wird dieser Zustand auch genannt und kann zu einer Abhängigkeit führen, weil die Nase hierbei dauerhaft verstopft bleibt.



Salzhaltige Nasensprays


Diese isotonischen oder hypertonischen Lösungen befeuchten die Nasenschleimhaut und helfen, Schleim zu lösen und abzutransportieren. Die Salzlösungen wirken unterstützend für die natürliche Reinigungsfunktion der Nase, indem sie Flimmerhärchen aktivieren und den Schleim verdünnen. Dieser kann anschließend leichter abfließen und macht so die Nasengänge wieder frei.


Diese Sprays können als Ergänzung zur Behandlung einer verstopften Nase oder chronischer Trockenheit eingesetzt werden. Aufgrund ihrer natürlichen Wirkstoffe gelten salzhaltige Nasensprays auch längerfristig als unbedenklich und bieten kein Abhängigkeitspotenzial.



Kortisonhaltige Nasensprays


Bei chronischen Allergien oder Nasenpolypen werden häufig Nasensprays mit Kortison als Wirkstoff verschrieben. Das Kortison wirkt entzündungshemmend und findet seinen Einsatz meist bei der Behandlung von Heuschnupfen.


HNO-Ärzte empfehlen diese Art von Sprays auch in Ergänzung zu salzhaltigen Nasensprays oder Nasentropfen. Bis eine spürbare Wirkung eintritt, können möglicherweise Wochen oder Monate vergehen. Daher sind sie eher für eine Langzeitanwendung geeignet.



Antihistaminische Nasensprays


Ebenfalls zur Behandlung von allergischen Reaktionen werden Nasensprays mit Antihistaminika verwendet, da sie die Wirkung von Histamin unterdrücken. Histamin ist ein chemischer Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen zu Juckreiz, Niesen und einer verstopften Nase führt.


Sie bieten eine schnelle Wirkung und können täglich verwendet werden, um die allergischen Symptome während der Allergiesaison zu lindern.




Warum macht Nasenspray süchtig?


Das Risiko, in eine Abhängigkeit zu geraten, ist bei abschwellenden Nasensprays gegeben. Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie beispielsweise der Gewöhnungseffekt bei regelmäßiger Anwendung. Wird wiederholt abschwellendes Nasenspray benutzt, gewöhnen sich die Blutgefäße der Nasenschleimhaut an die Wirkstoffe. Man spricht von einer Toleranzbildung. Nach einer gewissen Zeit reicht die ursprüngliche Dosis nicht mehr aus, um wieder richtig durchatmen zu können. Der Griff zum Spray wird immer häufiger und auch die Dosierung steigt bei längerer Anwendung. Lässt die Wirkung des Nasensprays nach, kehrt die verstopfte Nase oft stärker zurück als zuvor. Das liegt daran, dass die Blutgefäße sich stärker weiten als zuvor und wird auch Rebound-Effekt genannt. Es entsteht ein Dauerschnupfen, bei dem nur noch die ständige Anwendung von Nasenspray hilft, um überhaupt noch Luft durch die Nase zu bekommen. Die betroffene Person gerät so in einen Teufelskreis.


Die Gewohnheit abschwellende Nasensprays zu nutzen, kann auch zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Das Nasenspray bietet mit seiner schnellen Wirkung eine attraktive Lösung für die Beschwerden. Dazu kommt das Gefühl, ohne Spray nicht mehr richtig atmen zu können und die Angst vor einer verstopften Nase. Diese Vorstellungen verstärken die Abhängigkeit.




Welche Risiken hat eine Nasenspray-Sucht?


Die Abhängigkeit von Nasensprays kann weitreichende Folgen haben und sowohl gesundheitlich als auch psychologisch zu Komplikationen führen. Die folgenden Risiken beziehen sich auf den regelmäßigen Gebrauch von abschwellenden Nasensprays.



Schädigung der Nasenschleimhaut: Der langfristige Gebrauch solcher Nasensprays kann die Nasenschleimhaut austrocknen und schädigen. Die sogenannte Atrophie und eine dünnere Schleimhaut beeinträchtigt die natürliche Barriere- und Reinigungsfunktion der Nase.


Rhinitis medicamentosa: Der dauerhafte Schnupfen entsteht durch die wiederholt hochdosierte Nutzung des Nasensprays und kann auch zu einer chronischen Reizung oder Entzündung der Nasenschleimhaut führen. Häufiges Nasenbluten ist eine Beschwerde, die in Folge verstärkt auftritt.


Beeinträchtigte Funktion der Nase: Die Flimmerhärchen in den Nasennebenhöhlen sind dafür zuständig, eindringende Partikel wie Staub, Pollen oder Keim abzuwehren. Die Schädigung der Nasenschleimhaut beeinträchtigt deren Funktionalität und bietet die Basis für die Ausbreitung von Infekten. Langfristig kann darunter auch der Geruchssinn leiden.


Private Probleme: Die psychische Abhängigkeit kann dazu führen, dass es zu Stress oder Angstzuständen kommt, sollte man eine Zeit lang kein Nasensprays benutzen können. Die möglichen Entzugserscheinungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit können sowohl das soziale als auch das berufliche Leben beeinträchtigen.




Wann spricht man von einer Nasenspray-Sucht?


Vielen fällt es schwer, sich selbst eine Sucht einzugestehen und versuchen, das Thema klein zu reden. “ Ich benutze es ja erst seit Kurzem” oder “Sobald meine Nase wieder frei ist, höre ich sofort damit auf” sind häufige Behauptungen von Betroffenen. Oft sind diese Leute auch wirklich überzeugt von ihren Aussagen, da sie ihre Sucht selbst noch nicht bemerkt haben. Doch woran erkennt man, dass man bereits abhängig von Nasenspray ist? Treffen mehrere der folgenden Punkte zu, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Nasenspray-Abhängigkeit vorliegt.



  • Das Mittel wird bereits länger als eine Woche eingenommen.


  • Die Dosis ist mittlerweile stärker ist als zu Beginn des Schnupfens.


  • Ein Spray ist immer griffbereit, auch unterwegs.


  • Man ist anfälliger für Krankheiten und Erkältungen halten länger an.

  • Es kommt in letzter Zeit häufiger zu Nasenbluten.

  • Die Nasenatmung verschlechtert sich bereits kurze Zeit nach der Anwendung.




6 Tipps zur Entwöhnung von Nasenspray


Hat man eine Sucht nach Nasenspray bei sich festgestellt, gibt es verschiedene Strategien, sich aus der Abhängigkeit wieder zu befreien. Wie bei jeder anderen Entwöhnung stellt es auch hier eine Herausforderung dar, von dem Mittel loszuwerden. Mit den richtigen Tipps und Strategien ist das jedoch in jedem Fall zu bewältigen.



Kalter Entzug


Diese Strategie kann gerade dann gut funktionieren, wenn abschwellende Nasensprays noch nicht allzu lange verwendet werden. Das Spray von heute auf morgen gar nicht mehr zu benutzen wird wahrscheinlich dafür sorgen, dass die Nase für die nächste Zeit verstopft bleibt. Für diese Zeit muss man etwas Willenskraft und Durchhaltevermögen an den Tag legen, doch am Ende wird man belohnt. Um den Weg etwas leichter zu gestalten, kann man sich mit Inhalationen von Meerwasser oder Kräutern helfen. Natürliche Pflegesprays mit Hyaluronsäure taugen zur Entlastung einer trockenen Schleimhaut.



Schrittweise reduzieren


Betroffene, denen ein kalter Entzug zu schwierig erscheint, können langsam ihre Anzahl an täglichen Nutzungen herunterfahren. Wer sonst beispielsweise vier mal am Tag das Nasenspray benutzt, der reduziert es auf dreimal täglich. Kommt man so gut durch den Tag fährt man die Frequenz nach und nach weiter runter, bis man es gar nicht mehr benötigt.



Verdünnung


Eine weitere Strategie kann es sein, nicht die Menge an Nasenspray zu reduzieren, sondern die Dosierung. Hierbei nimmt man ein Fläschchen, das bereits zur Hälfte aufgebraucht ist, und füllt es mit einer natürlichen Alternative mit Meerwasser wieder auf. Diesen Vorgang wiederholt man, sobald das Spray wieder halb leer ist. So nimmt die Dosis an abschwellendem Nasenspray immer weiter ab, bis es quasi nur noch ein natürliches Spray auf Basis einer Salzwasserlösung ist.



Ein-Loch-Therapie


Wie der Name schon verrät, wird bei dieser Variante nur ein Nasenloch mit dem Mittel versorgt. Das andere Nasenloch kann sich in der Zeit erholen. Nach einigen Tagen wechselt man das Nasenloch. So findet nacheinander eine Entwöhnung statt, bis kein Bedarf mehr besteht.



Natürliche Alternativen


Um von Nasensprays wegzukommen und trotzdem einen freie Nase zu behalten, kann man auf die Wirkung von ätherischen Ölen zurückgreifen. Diese können mit Hilfe von heißem Wasser bei Dampfinhalationen die Nasengänge öffnen und die Schleimhaut beruhigen. Das Schlafzimmer mit einem Luftbefeuchter auszustatten ist ebenfalls eine Möglichkeit, das Atmen zu erleichtern. Die feuchte Umgebung sorgt auch für eine feuchte Nasenschleimhaut. Als Alternative stehen auch salzhaltige Nasenduschen oder Nasentropfen zur Verfügung.



Entwöhnung unter ärztlicher Betreuung


Dauert die Sucht schon sehr lange an und es gelingt einem allein nicht, vom Nasenspray loszukommen, kann man ärztliche Unterstützung aufsuchen. Der HNO-Arzt kann kortisonhaltiges Nasenspray verschreiben. Mit Hilfe dieser Präparate kann die Nasenschleimhaut wieder aufgebaut werden. Der Arzt kann zusätzlich noch einschätzen, ob eine Operation notwendig ist. Grund dafür können vergrößerte Nasenmuscheln oder eine durchlöcherte Nasenscheidewand sein. Für eventuell vorhandene Schwellkörper kann eine Lasertherapie in Betracht gezogen werden.




Wie lange dauert eine Entwöhnung von Nasenspray?


Eine Entwöhnung von Nasenspray kann nicht von heute auf morgen stattfinden. Je nachdem, wie lange die betroffene Person bereits abhängig ist, variiert der Entwöhnungsprozess. Während bei kurzfristig Abhängigen bereits nach wenigen Tagen erste Erfolge verzeichnet werden können, brauchen Personen bei langfristiger Abhängigkeit teilweise Monate bis eine vollständige Erholung eintritt. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Abgesehen von einer sofortigen bzw. schrittweisen Entwöhnung, die schon innerhalb weniger Tage oder Wochen erfolgreich sein kann, gibt es noch folgende Möglichkeiten.



Entwöhnung mit Kortison


Erste Verbesserungen treten bei kortisonhaltigen Nasensprays in der Regel schon während der ersten Woche auf. In den nächsten 2 Wochen kann eine deutliche Reduktion der Symptome beobachtet werden. Bis die Schleimhaut vollständig entwöhnt und geheilt ist, kann es mehr als 4 Wochen dauern. Unter ärztlicher Aufsicht dürfen Kortison-Sprays auch über mehrere Monate benutzt werden, da der langfristige Gebrauch sicherer ist als bei abschwellenden Nasensprays.



Entwöhnung mit Homöopathie


Homöopathische Mittel sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und können somit unterstützend bei der Entwöhnung wirken. Ob als Nasenspray, Arzneimittel oder Heilpflanze werden die homöopathischen Mittel in der Regel täglich in geringen Dosen eingenommen. Erste Verbesserungen sollten sich nach ein bis zwei Wochen bemerkbar machen. Die vollständige Entwöhnung kann auch hier mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.




Hausmittel für die Entwöhnung von Nasenspray


Zahlreiche Hausmittel, die bei einer verstopften Nase helfen, hat man bereits zuhause. Diese kann man mit den bereits vorgestellten Strategien zur Entwöhnung kombinieren, um schneller den gewünschten Effekt zu erzielen.



Aus der Küche


In der Küche können Zwiebeln, Meerrettich und Ingwer zu einer befreiten Nase verhelfen. Der Ingwertee wirkt entzündungshemmend und sekretlösend. Alle zwei bis drei Stunden einen Esslöffel mit Meerrettich, Zwiebelsaft und Honig hemmt die Viren davor, sich zu vermehren.



Inhalation


Ein weiteres beliebtes Hausmittel ist das Inhalieren von getrockneten Kamillenblüten und ätherischen Ölen. Thymian, Eukalyptus oder Teebaumöl eignen sich hervorragend als Inhalationsstoffe. Den heißen Dampf anschließend mit Hilfe eines Handtuchs und einer Schüssel einatmen und die Nase wird frei.



Nasenspülungen


Hierbei benötigt man eine Nasendusche. Diese wird mit einem Gemisch aus warmem Wasser, Meersalz und Kamille gefüllt und anschließend durch die Nase gespült. Diese Methode befeuchtet die Schleimhäute, löst verhärtete Krusten und kann Schleim und Keime ausspülen.



Erkältungsbad


Ein Kräuterbad aus beispielsweise Fichtennadel, Menthol, Thymian, Eukalyptus oder Lavendelöl ist eine beliebte Art den Schnupfen zu bekämpfen und kann sich auch positiv auf die Entwöhnung auswirken. Etwa 20 Minuten sollten bei einer Temperatur von nicht höher als 40 Grad ausreichen. Anschließend sollte man sich wieder sorgfältig abtrocknen, damit der Körper nicht auskühlt und am besten direkt ins Bett legen.




Fazit


Die Benutzung von abschwellenden Nasensprays bei einer verstopften Nase kann verlockend sein. Es wirkt schnell und erleichternd. Leider liegt genau darin auch das Problem. Schnell wird man davon abhängig, ohne es wirklich zu merken, und der regelmäßige Gebrauch über einen längeren Zeitraum kann ernstzunehmende Schäden anrichten, die sich von Entzündungen bis hin zum Verlust des Geruchssinn erstrecken können. Wer seine verstopfte Nase noch nicht mit einem solchen Nasenspray behandelt, sollte besser gar nicht erst damit anfangen, sondern natürliche Alternativen ausprobieren. Suchtbetroffenen ist zu raten, eine Entwöhnung zu beginnen. Über die Wahl der Strategie kann jeder selbst entscheiden. Einige gängige Hausmittel können dabei unterstützend mitwirken.




 


Quellen:


  • O. Michel , A. K. Dreßler: Hypertoner (3%) vs. isotoner (0,9%) salinischer Nasenspray – eine kontrollierte Studie // Hypertonic (3%) vs. Isotonic Brine Nosespray – A Controlled Study, Abgerufen unter: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0031-1271654

  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/01/16/nasenspray-sucht-was-hilft-gegen-die-abhaengigkeit#

  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/selbstmedikation-bei-schnupfen-144659/



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